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Am Mittwoch, 17. Januar 2018, fand die 2. Verhandlungsrunde Entgelt für die Kalksandsteinindustrie statt.

Die IG BAU hatte die Entgelte fristgerecht zum 30. September 2017 gekündigt und eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 4,8 Prozent, mindestens aber eine Entgelterhöhung von 100,00 Euro pro Entgeltgruppe bei einer Laufzeit von 12 Monaten gefordert.

In einer sehr fairen und konstruktiven Verhandlungsatmosphäre verständigten sich die Tarifvertragsparteien gestern auf folgendes Ergebnis:

1. Arbeitnehmer, die am 01.01.2018 in einem Arbeitsverhältnis stehen und zu diesem Zeitpunkt einen Anspruch auf Entgelt oder Entgeltfortzahlung haben, erhalten für den Monat Januar 2018 eine Einmalzahlung in Höhe von 300,00 Euro brutto, Auszubildende erhalten eine Einmalzahlung in Höhe von 100,00 Euro brutto.

Diese Einmalzahlung geht nicht in die Berechnung der Zuschläge, der Jahresschlusszahlung und der Durchschnittsberechnung bei Krankheit und Urlaub ein.

2. Mit Wirkung zum 01.02.2018 wird das Eckentgelt um 2,3 Prozent erhöht (für 8 Monate), ab 01.10.2018 wird das Eckentgelt um weitere 2,1 Prozent (Laufzeit 12 Monate) erhöht.

3. Aufgrund der drei Leermonate (Oktober bis Dezember 2017), für die es keine Entgelterhöhung und keine Einmalzahlung gibt, beträgt die Gesamtlaufzeit des Abschlusses 24 Monate.

Anlässlich des 159. Höxberg-Gesprächs am 22.11.2017 referierte Arndt G. Kirchhoff, Präsident von unternehmer nrw und METALL NRW, zum Thema „Ärmel hoch. Anpacken. Loslegen. – Wie unser Land erfolgreich bleibt!“

Bericht „Die Glocke“ vom 24.11.2017:

„Neuwahlen sind die schlechteste Option“

Im Moment ist es das bestimmende Thema in Deutschland. Kein Wunder also, dass Arndt G. Kirchhoff gleich zu Beginn seines Vortrags beim 159. Höxberg-Gespräch auf die gescheiterten Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition einging. Sein Tenor: Neuwahlen sind jetzt die schlechteste Option.

„Wir können es uns nicht leisten, drei bis vier Monate in der EU nicht präsent zu sein“, sagte der Präsident des Verbands der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen. Der Brexit, ein gesundes Finanzsystem, die Flüchtlingssituation – diese Problematiken erfordern in der kommenden Zeit eindeutige Regelungen. „Und es kann nicht sein, dass Deutschland dann nicht mit einer Regierung dabei ist.“ Auf der anderen Seite: Eine Koalition könne man nicht herbeireden. „Und es schadet nach der Großen Koalition nicht, dass unterschiedliche Standpunkte sichtbar werden.“ Dennoch erhofft er sich, dass die Politiker vernünftige Kompromisse machen – zeitnah.

„Wir stoßen an unsere Grenzen“

„Es ist nicht Gott gegeben, das es uns gut geht“, mahnte Kirchhoff. Deshalb sei es wichtig, sich Gedanken über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands zu machen. Sein für den Abend gewähltes Thema „Ärmel hoch. Anpacken. Loslegen – Wie unser Land erfolgreich bleibt“ passte da genau, um seine Ideen für sein zukunftsfähiges Deutschland darzustellen. Kirchhoff erwartet von der Politik ein Zuwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild. „Wir müssen uns aussuchen, wer zu uns kommt.“ Das sei überfällig. „Wir Unternehmen stoßen an unsere Grenzen und finden kein Personal mehr.“

Ein weiteres Thema, das maßgeblich für die Zukunft sei, sei die Digitalisierung. „Das ist die größte Chance, ein Sprung zu machen und zu überholen.“ Darin müsse investiert werden – genauso wie in die Infrastruktur. Lobeshymnen gab es für die neue schwarz-gelbe Landesregierung für das erste und zweite „Entfesselungsgesetz“. „Dadurch bekommen wir wieder Luft zum Atmen“, erklärte Kirchhoff. Auch die Bündelung des Wirtschafts-Ministers mit den Feldern Digitalisierung und Innovation begrüße er. „Das ist ein Modell für ganz Deutschland.“

Stark durch die Wirtschaft

Kirchhoff erinnerte daran, dass Deutschland nur bei einer starken Wirtschaft selbst stark bleiben kann. „Deshalb muss ein neues Grundempfinden für die Bedeutung der Wirtschaft geschafft werden.“ Aber das müsse er hier in Westfalen – als Industriestandort Nummer eins in NRW – nicht so sehr betonen.

 

Nachdem die Entgelttarifverhandlungen für die nordwestdeutsche Zementindustrie in dritter Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben waren, hatten die Industriegewerkschaften Bergbau, Chemie, Energie und Bauen-Agrar-Umwelt  das Scheitern der Verhandlungen erklärt. Die paritätisch besetzte Schlichtungskommission – unter Vorsitz von Herrn Hartmut Koch (IG BAU), stellvertretender Vorsitzender Herr Dr. Dirk Spenner (Spenner Zement) – trat am 10. November 2017 in Beckum zusammen. Es erging ein einstimmiger und für beide Tarifvertragsparteien bindender Schlichtungsspruch:

  • Wegen des Zeitablaufs seit Ende August 2017 wurde vereinbart, für die Monate September, Oktober und November 2017 eine Einmalzahlung in Höhe von 150,00 Euro brutto (50,00 Euro Auszubildende) zu vereinbaren.
  • Darüber hinaus verständigten sich die Tarifvertragsparteien auf eine Erhöhung der Tarifentgelte und Ausbildungsvergütungen um 2,7 Prozent mit Wirkung zum 1. Dezember 2017 und auf eine weitere Erhöhung der tariflichen Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 2,0 Prozent mit Wirkung zum 1. Oktober 2018.
  • Die Ausbildungsvergütungen werden dabei auf volle 10,00 Euro-Beträge aufgerundet.
  • Gesamtlaufzeit: 24 Monate.

Die Tarifverhandlungen in der nordwestdeutschen Zementindustrie sind in der dritten Verhandlungsrunde am 23. Oktober 2017 in Sendenhorst gescheitert.

Die Arbeitgebertarifkommission hatte zuletzt folgendes Angebot vorgelegt:

–       Zwei Leermonate (September und Oktober 2017) ohne Tariferhöhung,

–       2,7 Prozent Entgelterhöhung ab dem 1. November 2017 (15 Monate),

–       1,8 Prozent Entgelterhöhung ab dem 1. Februar 2019 (7 Monate).

Dieses Angebot hätte zu einer Entgelterhöhung von monatlich 148,00 Euro (Zement NRW / Endstufe E 7) innerhalb von 24 Monaten geführt.

Die Tarifabschlüsse aus dem Jahr 2016 in anderen Gebieten der Zementindustrie hatten ebenfalls eine Laufzeit von 24 Monaten und führten zu einer Entgelterhöhung von insgesamt circa 138,00 Euro monatlich.

Die gewerkschaftliche Tarifkommission hat das obige Angebot abgelehnt, ohne  ein neues, eigenes Angebot in der dritten Verhandlungsrunde vorzulegen und hat das Scheitern der Tarifverhandlungen erklärt.

Das paritätische Schlichtungsverfahren – ohne neutralen Schlichter – wird  eingeleitet. Die 3 : 3 besetzte Schlichtungskommission wird am 10. November 2017 in Beckum zusammentreffen. Ein mit Mehrheit gefällter Schlichterspruch ist verbindlich.

Die Entgelttarifverhandlungen Zement Nordwestdeutschland werden am 23. Oktober 2017 in dritter Runde wiederum im Verhandlungslokal Hotel-Gasthaus „Waldmutter“ in Sendenhorst fortgesetzt. Die betroffenen Mitgliedsfirmen erhalten hierzu eine gesonderte Einladung.

Referent:

Arndt G. Kirchhoff

Präsident von  unternehmer nrw und METALL NRW

Thema:

„Ärmel hoch. Anpacken. Loslegen. – Wie unser Land erfolgreich bleibt!“

Termin:

Mittwoch, 22. November  2017, 17 Uhr

 

-Anmeldung nur mit gesonderter Einladung möglich-

Bei einem Gedankenaustausch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten des Kreises Warendorf, Reinhold Sendker, konnten die heimischen Vertreter der Branche wichtige Themen ansprechen:

Regionale Verkehrsprojekte, überobligatorischer Naturschutz in NRW, Risiken bei Vereinheitlichung der Netzentgelte, Beibehaltung der EEG-Ausnahmeregelung

Bericht „Die Glocke“ vom 17.06.2017

 

 

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